Eigentlich wollte ich meine schlimme Ausweisung aus meiner Heimat nach mehr als fünfzig Jahren vergessen.
Aber wenn man so ein Erlebnis sang-und klanglos in Schweigen hüllt, erfährt die Nachwelt- in meinem Falle also meine Kinder und Kindeskinder nicht, was sich in der Mitte Europas und in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts zugetragen hat.
Ich war damals -1945 - elf Jahre alt, vom Elternhaus her verwöhnt, deutlicher gesagt: ein weicher, zarter und blasser Knabe. Deshalb hat mich diese Vertreibung besonders hart getroffen.
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...Juni 1945
Karl Strunz
...die Erinnerung einer Ausweisung